Der MLLV im Austausch mit Margit Wild (SPD, MdL und Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultus)

Wild: „Ich habe große Sorge um die psychische Gesundheit der Lehrkräfte, die so viel geleistet haben!"

Beim digitalen Kennenlerntreffen des MLLV–Vorstands mit der SPD-Politikerin Margit Wild, ihrer parlamentarischen Beraterin, Annette Voß, und ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter, Matthias Jobst, standen die Themen A13 und der akute Lehrkräftemangel im Mittelpunkt.
Die wichtigsten Forderungen von Margit Wild, gelernte Heilpädagogin und seit Oktober 2008 Abgeordnete des Bayerischen Landtags sowie seit 2018 Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultus, haben wir hier zusammengefasst:

A13

  • Eine alte Forderung der SPD-Landtagsfraktion
  • SPD lässt nicht nach dies zu fordern, Wild selbst sei noch 2 Jahre im Landtag und wird die Forderung immer wieder anbringen
  • Die Bezahlung ist einfach eine große Stellschraube für den eklatanten Lehrkräftemangel.
  • Wild meint, Piazolo sollte sich mal durchsetzen am Kabinettstisch und nicht jedes Mal einknicken. Wenn einem das Thema wirklich wichtig ist, muss und sollte man Stärke zeigen.
Kind in Mittelpunkt

  • SPD hat Antrag gemacht, in dem gefordert wurde das Soziale mehr zu berücksichtigen und den Druck für die Kinder rausnehmen
  • Sie wollen Diskussion, was unsere Kinder stark macht in den Bildungsausschuss einbringen
Personalmangel

  • Beratung ausbauen und junge Leute verstärkt motivieren, in Lehramt Grundschule / Mittelschule zu gehen
  • Studium anders aufbauen: gemeinsames Grundstudium (auch die Sonderpädagoginnen und -pädagogen), danach spezialisieren; SPD hat Anträge dazu gemacht, die alle abgeschmettert wurden
  • Viel mehr Praxis, mehr Austausch mit Universitäten
  • Regierung sagt, sie haben Stellen geschaffen, aber Stellen sind noch keine Köpfe! Das Problem wird kleingeredet
  • Piazolo sagt weiter, es wurden 1000 neue Stellen geschaffen, die an der Uni bereits überlaufen sind: Warum schafft man dann nicht so viele Stellen wie nachgefragt werden!?
  • Erziehungswissenschaftler Klaus Klemm sieht zentrale Problem bei Abbrecherquoten, dagegen muss man was tun
  • Numerus clausus muss weg!

Position des MLLV

Der MLLV machte ganz deutlich, wie sehr die Schulen und vor allem Kinder unter dem Lehrkräftemangel leiden und wie wichtig A13 als Mittel gegen diesen Mangel wäre. Zudem war es den Vorsitzenden ein großes Anliegen der SPD folgende Punkte für ihre parlamentarische Arbeit mit auf den Weg zu geben:

  • Im Moment geht es noch nicht darum, Inhalte nachzuholen! Kinder waren teilweise komplett abgekoppelt und es gibt Kinder, die nicht mal zehn Minuten stillsitzen können. Lern-, Sozial- und Arbeitsverhalten müssen nun erst einmal (wieder) eingeschult werden. Erst danach kommen Inhalte. Jetzt bräuchte man umso dringender Lehrkräfte, die sich mit Pädagogik auskennen.
  • Sogenannte „Randfächer“ sind enorm wichtig. Für diese Fächer einfach irgendwelche Leute einzustellen, ist „total daneben“.

Zum Thema Ganztagsbildung schlägt Frau Wild ein nächstes Treffen vor. Wir freuen uns schon jetzt und bedanken uns für das konstruktive, offene Gespräch!

Katharina Schmid, Pressereferentin